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09025 DIN 31051 und DIN EN 17948 als Normen für die Instandhaltung

Dieser Beitrag beschreibt die wesentlichen Inhalte der DIN 31051 sowie der DIN EN 17948 und legt dar, warum es sinnvoll ist, beide Normen in der Instandhaltung bzw. im Instandhaltungsmanagement zusammen anzuwenden.
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1 Die DIN 31051 als Grundlagennorm für die Instandhaltung

1.1 Anwendungsbereich und Begriffe

Die Norm trägt den Titel: DIN 31051:2019-06: Grundlagen der Instandhaltung. Die aktuelle Ausgabe der Norm liegt in deutscher Fassung und in englischer Übersetzung vor. Sie umfasst 13 Seiten.
Anwendungsbereich
Die DIN 31051 beschreibt die Grundlagen der Instandhaltung. Die Norm gliedert die Instandhaltung in Grundmaßnahmen und definiert Begriffe, die zum Verständnis der Zusammenhänge erforderlich sind. Die DIN 31051 kann von allen Mitarbeitern der Instandhaltung angewendet werden.
Sie enthält einen Katalog mit Begriffen zur Instandhaltung, die im dritten Normabschnitt in sechs Kategorien definiert werden. Tabelle 1 zeigt eine Übersicht zu den Begriffskategorien und Begriffen zur Instandhaltung gemäß DIN 31051.
Tabelle 1: Begriffe zur Instandhaltung gemäß DIN 31051
Begriffskategorien
Begriffe
Begriffe zu Grundmaßnahmen der Instandhaltung
Instandhaltung
Wartung
Inspektion
Instandsetzung
Verbesserung
Begriffe im Zusammenhang mit den Grundmaßnahmen der Instandhaltung
Objekt
Schwachstelle
Schwachstellenbeseitigung
Begriffe im Zusammenhang mit Abnutzung
Abnutzung
Abnutzungsgrenze
Abnutzungsprognose
Abnutzungsvorrat
Nutzung
Begriffe im Zusammenhang mit Fehlern
Fehler
Fehlerortung
Fehlerdiagnose
Fehleranalyse
Begriffe im Zusammenhang mit Funktionen
Geforderte Funktion
Funktionsfähigkeit
Funktionssicherheit
Modifikation
Stillsetzung
Ausfall
Außerbetriebsetzung
Außerbetriebnahme
Verfügbarkeit
Begriffe im Zusammenhang mit Teilen
Ersatzteil
Verschleißteil
Verbrauchsmaterial
Soll-Bruchteil
Lebenszyklus
Grundmaßnahmen der Instandhaltung
Die DIN 31051 beschreibt Grundmaßnahmen der Instandhaltung. Diese Maßnahmen sollten die inner- und außerbetrieblichen Anforderungen, aber auch die Instandhaltungsstrategien berücksichtigen. In der Norm werden folgende vier Grundmaßnahmen der Instandhaltung unterschieden, die auch in Abbildung l gezeigt werden: [1]
Wartung: Hierbei handelt es sich gemäß Norm um Maßnahmen zur Verzögerung des Abbaus des vorhandenen Abnutzungsvorrats. Diese Maßnahmen können z. B. die Erstellung eines Wartungsplans, die Vorbereitung der Wartungsarbeiten, die Arbeitsplatzausrüstung inklusive Schutz- und Sicherheitseinrichtungen, die Durchführung der Wartungsarbeiten, Funktionsprüfungen und Rückmeldungen umfassen.
Inspektion: Gemeint sind in diesem Zusammenhang Maßnahmen zur Prüfung der Konformität der maßgeblichen Merkmale eines Instandhaltungsobjekts durch Messung, Beobachtung oder Funktionsprüfung. Sie umfassen z. B. die Erstellung eines Plans zur Feststellung des Ist-Zustands, die Ermittlung von Merkmalswerten, die Feststellung des Ist-Zustands und die Analyse des Inspektionsergebnisses. Nach DIN 31051 beinhalten Inspektionen keine gesetzlichen Prüfungen, z. B. gemäß Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV).
Instandsetzung: Darunter sind physische Maßnahmen zu verstehen, die ausgeführt werden, um die Funktion eines fehlerhaften Instandhaltungsobjekts wiederherzustellen. Dazu gehören z. B. Kalkulationen, Terminplanungen, die Bereitstellung von Personal und Arbeitsmitteln, Funktionsprüfungen und Abnahmen sowie Dokumentationen.
Verbesserung: Hierbei handelt es sich um eine Kombination aus technischen und administrativen Maßnahmen sowie aus Maßnahmen des Managements zur Steigerung der Zuverlässigkeit und/oder Instandhaltbarkeit und/oder Sicherheit eines Instandhaltungsobjekts, ohne seine ursprüngliche Funktion zu ändern. Gemäß DIN 31051 können Verbesserungsmaßnahmen auch vorgenommen werden, um eine unsachgemäße Verwendung während des Betriebs zu verhindern und um Ausfälle zu vermeiden.
Abb. 1: Grundmaßnahmen der Instandhaltung gemäß DIN 31051 [1]
Hinweis
Instandhaltungsobjekte sind gemäß DIN EN 17948 insbesondere Anlagen, Systeme und Teilsysteme, Gebäude, Betriebsmittel, Installationen, Teile, Bauelemente, Geräte sowie Einrichtungen zu Vermeidung von Umweltkatastrophen.

1.2 Gliederung der DIN 31051

Die DIN 31051 ist wie folgt gegliedert:
Vorwort
1
Anwendungsbereich
2
Normative Verweisungen
3
Begriffe
3.1
Grundmaßnahmen
3.2
Begriffe im Zusammenhang mit den Grundmaßnahmen
3.3
Begriffe im Zusammenhang mit Abnutzung
3.4
Begriffe im Zusammenhang mit Fehler
3.5
Begriffe im Zusammenhang mit Funktion
3.6
Begriffe im Zusammenhang mit Teil
4
Grundannahmen der Instandhaltung – Zusammenhänge

2 Die DIN EN 17948 als Norm für das Instandhaltungsmanagement

Die Norm trägt den Titel: DIN EN 17948:2025-02: Instandhaltungsmanagement und -funktionen. Die aktuelle Ausgabe der Norm liegt ebenfalls in deutscher Fassung und in englischer Übersetzung vor. Sie umfasst 39 Seiten.
Anwendungsbereich
Die DIN EN 17948 ist deutlich umfangreicher und komplexer als die DIN 51031. Sie enthält Leitlinien für das Instandhaltungsmanagement. Die Norm kann sowohl im privaten als auch im öffentlichen Sektor unabhängig von der Größe und Struktur des Unternehmens angewendet werden. [2]

2.1 Rahmenbedingungen zur Instandhaltung

Im Hinblick auf die Rahmenbedingungen zur Instandhaltung geht die DIN EN 17948 insbesondere auf die Instandhaltungsarten, den Instandhaltungsprozess, die Instandhaltungsanforderungen und die Einflussfaktoren auf die Instandhaltung und das Instandhaltungsmanagement ein.
Instandhaltungsarten
Gemäß DIN EN 17948 sind drei Hauptarten der Instandhaltung zu unterscheiden (s. auch Abb. 2):
Korrektive Instandhaltung: Diese erfolgt nach einer Fehlererkennung und besteht darin, das Instandhaltungsobjekt wieder in einen Zustand zu versetzen, in dem es seine geforderte Funktion erfüllen kann.
Präventive Instandhaltung: Sie wird angewendet, um Ausfälle zu verhindern, und muss daher durchgeführt werden, bevor die annehmbare Leistung der geforderten Funktion verloren geht. Sie kann die Betriebszuverlässigkeit und/oder die Verfügbarkeit von Instandhaltungsobjekten erhöhen. Es sind zwei Arten von präventiver Instandhaltung zu unterscheiden: die vorausbestimmte Instandhaltung, bei der präventive Maßnahmen an einem Instandhaltungsobjekt zu gegebenen Zeitpunkten entsprechend einer festgelegten Anzahl von Nutzungseinheiten durchgeführt werden, und die zustandsorientierte Instandhaltung. Letztere umfasst Aufgaben, die darauf abzielen, den Zustand eines Instandhaltungsobjekts zu beobachten, sowie aktive präventive Instandhaltungsaufgaben, die in Abhängigkeit vom tatsächlichen Zustand des Objekts durchgeführt werden oder nicht.
Verbesserung: Hierbei geht es um eine Optimierung der technischen Eigenschaften von Instandhaltungsobjekten in Bezug auf ihre Zuverlässigkeit, Instandhaltbarkeit oder Sicherheit durch Modifikation ihrer Konstruktion oder Herstellung.
Abb. 2: Instandhaltungsarten nach DIN EN 16948
Instandhaltungsprozess
Gemäß DIN EN 17948 koordiniert der Instandhaltungsprozess Tätigkeiten, die von verschiedenen Akteuren ausgeführt werden, um ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen, und bei denen Ressourcen eingesetzt werden. Die Teilprozesse des Instandhaltungsprozesses ordnet die Norm folgenden Prozesskategorien zu:
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