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11005 Die Fabrik errichten – das Feinkonzept dimensionieren und das Projekt zielgerichtet umsetzen

Im Beitrag „Den Grundstein legen” (s. Kap. 11004) ging es um die Strukturierung der Informationen und die Ausarbeitung eines ersten Grobkonzepts. Darauf aufbauend gibt Ihnen dieser Beitrag einen Leitfaden zur Ausarbeitung eines Feinkonzepts und zur detaillierten Dimensionierung der künftigen Fabrik an die Hand. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Umsetzung und Umsetzungsbegleitung. [1]
Arbeitshilfen:
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1 Einführung

Im vorliegenden Beitrag liegt der Fokus auf der Dimensionierung und der Feinplanung sowie auf der Umsetzungsbegleitung. So werden vor allem folgende Themen vertieft betrachtet und im Hinblick auf eine praktische Umsetzung erläutert:
Detailliertes Umsetzungskonzept
Flächenlayouts
Materialversorgung
Medienversorgung
Umzugs- und Verlagerungsplanung
Abstimmung mit Umsetzungspartnern
Materialversorgung und Logistik
Kunden- und Lieferantenprozesse
Maßnahmenplanung
Umsetzungsbegleitung
Terminüberwachung
Fortschrittskontrolle
Abweichungsmanagement
Statusberichte
Dokumentation und Checklisten
Abb. 1: Übersicht Projektphasen – Fokus Dimensionierung & Feinkonzept, Umsetzungsbegleitung
Die Blöcke der Phase „Dimensionierung & Feinkonzept” lassen sich wie nachfolgend dargestellt nochmals deutlich detaillierter beschreiben und auf verschiedene Betrachtungswinkel herunterbrechen, die im Anschluss genauer erläutert werden.
Abb. 2: Dimensionierung & Feinkonzept aus verschiedenen Blickwinkeln
Ebenso lässt sich der Block „Umsetzungsbegleitung” aufsplitten und genauer betrachten – auch diese vertiefenden Inhalte werden im Rahmen dieses Artikels näher ausgeführt und erläutert.
Abb. 3: Umsetzungsbegleitung aus verschiedenen Blickwinkeln

2 Detailliertes Umsetzungskonzept

Der Erstellung von detaillierten Flächenlayouts im Rahmen von Fabrikplanungsprojekten – seien es Greenfield- oder auch Brownfield-Projekte – kommt eine entscheidende Bedeutung zu. Deshalb sollte man sich diesem Thema ausgiebig widmen und im Rahmen der Phase „Strukturierung & Grobkonzept” auch verschiedene Varianten zulassen und bewerten.
Detaillierung von maximal zwei Varianten
Durch die Bewertung der Konzepte entsteht ein Ranking der präferierten Varianten. Auf Basis dieser Varianten kann dann mit der Detaillierung des Umsetzungskonzepts begonnen werden. Dabei sollte man aber nicht mehr als zwei Varianten im Detail betrachten und ausführen, da die Aufwände dafür ansonsten zu groß werden und damit auch der zeitliche Rahmen des Gesamtprojekts gesprengt würde.
Abb. 4: Dimensionierung & Feinkonzept – detailliertes Umsetzungskonzept

2.1 Flächenlayoutplanung

Wie bereits im Beitrag „Den Grundstein legen” (s. Kap. 11004) aufgezeigt, ist eine Flächengliederung der geplanten zukünftigen Fabrikflächen wichtig, um diese dann detailliert beschreiben zu können. Im weiteren Planungsverlauf wird in funktionsbezogene Teilflächen aufgliedert. Als Orientierung dient hier unter anderem die VDI-Richtlinie, die DIN 277. Diese gliedert sich wie in Abbildung 5 dargestellt.
Abb. 5: Flächengliederung nach DIN 277
DIN 277
Für die Ermittlung der Grundflächen und Rauminhalte werden in der DIN 277 Regelungen im Detail getroffen. Die Ermittlung der Werte kann auf zwei Arten erfolgen:
nach Planmaßen (Soll-Maßen) oder
nach tatsächlichen Abmessungen (Ist-Maßen); hier sind unbedingt auch die herangezogenen Messverfahren anzugeben.
Die notwendige bzw. erforderliche Genauigkeit der Plandatenermittlung richtet sich nach den Anforderungen des jeweiligen Fabrikplanungsprojekts und dem Stand der Planung – hier Ausführungsplanung für das Umsetzungskonzept – sowie den jeweiligen Planungsunterlagen.
Für den Fall, dass das Fabrikplanungsprojekt aus mehreren funktional und räumlich abgrenzbaren Bereichen besteht, sind die Grundflächen und Rauminhalte für einzelne Bereiche getrennt zu ermitteln. Im Rahmen der detaillierten Planung ist dabei auf folgende Punkte zu achten:
Grundrissebenen des Bauwerks (z. B. auch mehrere Geschosse bzw. Zwischenebenen),
unterschiedliche Höhen der Hallenbereiche, Geschosse und Einbauten (Podeste, Haus-in-Haus-Konstruktionen),
unterschiedlicher Ausbaustand (z. B. unter oder über schräg verlaufenden Flächen).
Ausführungs- bzw. Umsetzungsreife
Ziel der Feinlayoutplanung (auch als Ausführungsplanung bzw. Detailplanung bezeichnet) ist es, aus den Ergebnissen und Entscheidungen der in Beitrag 01004 erläuterten Grobplanung nun spezielle detaillierte Aufgabenstellungen einzuarbeiten. Konkret heißt das, das Projekt ist in „Ausführungsreife bzw. Umsetzungsreife” zu bringen. Dabei sind vertieft Daten und Lösungen zu überprüfen, zu vervollständigen, zu präzisieren und gegebenenfalls auch deutlich zu erweitern.
Im Rahmen der Feinlayoutplanung wird grundsätzlich ein anforderungsgerechtes und störungsfreies Zusammenwirken von Menschen, Ausrüstung und Material (Produkt) an jedem Arbeitsplatz im gesamten Fabrikkonzept angestrebt.
Zu beachten
Dabei sind beispielsweise folgende Punkte zu beachten:
Bedeutung der Arbeitskraft im Arbeits- und Produktionsprozess,
Bereitstellung und Handhabung von Rohmaterial, Halbzeugen, Fertigprodukten, Werkzeugen und Hilfsmitteln,
Arbeitsplatz- bzw. arbeitsbereichsbezogene Beleuchtungs-, Klima- und Geräuschschutzanforderungen,
Berücksichtigung des Arbeits-, Brand- und Explosionsschutzes,
Maschinenanordnung im Hinblick auf Bedienbarkeit und Instandhaltung,
Sicherstellung von Umweltschutz/Ökologie,
Einhaltung gesetzgeberischer Vorgaben wie beispielsweise der Arbeitsstättenrichtlinie,
Integration moderner Informations- und Kommunikationstechniken.
Zukünftige Maschinenaufstellung
Im Rahmen der Feinlayoutplanung sind die spezifischen Anordnungsformen und die Aufstellungsart der Maschinen innerhalb der Raumstrukturen auszuarbeiten und planerisch festzuhalten. In diesem Zusammenhang sind auch die Zuordnung zum Förder- oder Lagersystem und die Anbindung an die Transportwege maßgeblich zu berücksichtigen. Idealerweise wird eine beidseitige Zuordnung von Ausrüstungen bzw. Arbeitsplätzen zum Transportweg angestrebt.
Aufstellungsarten
Grundsätzlich lassen Sie folgende Aufstellungsarten unterscheiden:
Punktanordnung wie beispielsweise Bearbeitungszentren, Fertigungszelle zur Komplettbearbeitung
Linienanordnung
Parallel zum Transportweg (Achtung: Rückenstellung des Werkers zum Transportweg vermeiden)
rechtwinklig zum Transportweg – orthogonale Reihenaufstellung
schräge Aufstellung zum Transportweg – Schrägaufstellung
Kreisanordnung (Vieleckaufstellung)
Dreiecksanordnung (Nestanordnung)
Freie Anordnung für Mehrstellenarbeit oder Gruppenarbeit.
Entscheidungskriterien
Dabei spielen folgende Aspekte bei der Auswahl der Anordnung eine wichtige Rolle:
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