11001 Fabrikplanung – strukturiert zu optimierten Abläufen im Unternehmen
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Der vorliegende Beitrag dient als Leitfaden zur optimierten Fabrikplanung und gibt Hilfestellungen dabei, für anstehende Erweiterungspläne die richtigen Entscheidungen – auch mit dem nötigen Weitblick – treffen zu können. [1] Arbeitshilfen: von: |
1 Einführung
Jedes erfolgreiche Unternehmen steht von Zeit zu Zeit vor der Herausforderung, zum Beispiel aufgrund von guten Auftragszahlen in Fabrikerweiterungen investieren zu müssen, um den Marktanforderungen auch künftig gerecht zu werden.
Dabei wird zwischen Greenfield- und Brownfield-Projekten unterschieden.
Definition „Greenfield-Planung”
Unter dem Begriff der „Greenfield-Planung” versteht man den Aufbau der Produktion an einem neuen Standort oder die Verlagerung bestehender Produktionsbereiche in völlig neue Hallenbereiche. Somit kann ein neues und optimales Funktionsschema bzw. Fabriklayout ohne Restriktionen (z. B. bestehende Gebäude) umgesetzt werden.
Unter dem Begriff der „Greenfield-Planung” versteht man den Aufbau der Produktion an einem neuen Standort oder die Verlagerung bestehender Produktionsbereiche in völlig neue Hallenbereiche. Somit kann ein neues und optimales Funktionsschema bzw. Fabriklayout ohne Restriktionen (z. B. bestehende Gebäude) umgesetzt werden.
Definition „Brownfield-Planung”
Neue Produkte und Technologien, aber auch Kapazitätsanpassungen sind in der Regel Gründe für Veränderungen an einem bestehenden Produktionsstandort. Im Zuge von Anpassungs- oder Erweiterungsplanungen (= Brownfield-Planung) spielen Effizienzsteigerung und Modernisierung vielfach eine wichtige Rolle, wobei eine ganzheitliche Sichtweise ein wichtiger Erfolgsgarant für einen stimmigen Produktionsprozess ist. Eine große Herausforderung bei der Integration von neuen Fertigungsbereichen in die Planung stellen vor allem die bestehenden Strukturen dar. Wichtig dabei ist, dass der laufende Produktionsbetrieb auch während der Verlagerung, Umgestaltung oder Erweiterung ungestört aufrechterhalten wird.
Neue Produkte und Technologien, aber auch Kapazitätsanpassungen sind in der Regel Gründe für Veränderungen an einem bestehenden Produktionsstandort. Im Zuge von Anpassungs- oder Erweiterungsplanungen (= Brownfield-Planung) spielen Effizienzsteigerung und Modernisierung vielfach eine wichtige Rolle, wobei eine ganzheitliche Sichtweise ein wichtiger Erfolgsgarant für einen stimmigen Produktionsprozess ist. Eine große Herausforderung bei der Integration von neuen Fertigungsbereichen in die Planung stellen vor allem die bestehenden Strukturen dar. Wichtig dabei ist, dass der laufende Produktionsbetrieb auch während der Verlagerung, Umgestaltung oder Erweiterung ungestört aufrechterhalten wird.
Lean und Verschwendungsarten
Fabrikplanungsprojekte stehen nicht immer im Zusammenhang mit Expansionsvorhaben. Vielfach werden sie auch realisiert, um Abläufe entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu straffen und zu optimieren. Dabei kommt dem Lean-Gedanken eine entscheidende Rolle zu. Die Reduktion von Verschwendungen (auf die sieben Verschwendungsarten TIMWOOD wird im Folgenden genauer eingegangen) entlang der gesamten Wertschöpfungskette rückt im Rahmen von Fabrikplanungsprojekten ebenso in den Fokus.
Fabrikplanungsprojekte stehen nicht immer im Zusammenhang mit Expansionsvorhaben. Vielfach werden sie auch realisiert, um Abläufe entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu straffen und zu optimieren. Dabei kommt dem Lean-Gedanken eine entscheidende Rolle zu. Die Reduktion von Verschwendungen (auf die sieben Verschwendungsarten TIMWOOD wird im Folgenden genauer eingegangen) entlang der gesamten Wertschöpfungskette rückt im Rahmen von Fabrikplanungsprojekten ebenso in den Fokus.
Visualisierung
Eminent wichtig in diesem Zusammenhang ist es, die Potenziale (aus den existierenden Verschwendungen) stets visuell darzustellen und die Ziele, die mit den Optimierungsmaßnahmen erreicht werden sollen, ebenfalls mit abzubilden. Für die Entscheider im Projekt kommt dabei dem ROI (Return on Investment) eine zentrale Rolle als Kennzahl zu, die immer wieder aufs Neue bestimmt werden muss.
Eminent wichtig in diesem Zusammenhang ist es, die Potenziale (aus den existierenden Verschwendungen) stets visuell darzustellen und die Ziele, die mit den Optimierungsmaßnahmen erreicht werden sollen, ebenfalls mit abzubilden. Für die Entscheider im Projekt kommt dabei dem ROI (Return on Investment) eine zentrale Rolle als Kennzahl zu, die immer wieder aufs Neue bestimmt werden muss.
Kunden und Lieferanten einbeziehen
Auch ist es sehr wichtig, im Rahmen von Fabrikplanungsprojekten an die Kunden und die Lieferanten in der gesamten Supply Chain zu denken und deren Anforderungen im Projekt mit zu berücksichtigen. Die Schnittstellen sind dabei teilweise eine große Herausforderung, aber gleichzeitig auch eine große Chance, um künftige Abläufe optimal zu gestalten. Deshalb sollte man in den Planungen beide Seiten unbedingt berücksichtigen und die bekannten Anforderungen und Informationen frühzeitig mit in den gesamten Planungsprozess integrieren.
Auch ist es sehr wichtig, im Rahmen von Fabrikplanungsprojekten an die Kunden und die Lieferanten in der gesamten Supply Chain zu denken und deren Anforderungen im Projekt mit zu berücksichtigen. Die Schnittstellen sind dabei teilweise eine große Herausforderung, aber gleichzeitig auch eine große Chance, um künftige Abläufe optimal zu gestalten. Deshalb sollte man in den Planungen beide Seiten unbedingt berücksichtigen und die bekannten Anforderungen und Informationen frühzeitig mit in den gesamten Planungsprozess integrieren.
Lean Management
Der Lean-Gedanke zur Optimierung der Abläufe in den neuen Hallen spielt bei der Planung von Fabriken eine wichtige Rolle. Die Methoden des Lean Management sollten deshalb bei der Planung und Umsetzung von Fabrikplanungsprojekten ein wesentlicher Bestandteil sein. So wird im vorliegenden Beitrag immer wieder auf relevante und zielführende Lean-Methoden verwiesen und deren Anwendbarkeit an Beispielen erläutert. Aber auch das Fabrikplanungsprojekt an sich kann unter den Lean-Aspekten optimal gestaltet werden, wodurch sich effizientere Abläufe im Projekt realisieren lassen.
Der Lean-Gedanke zur Optimierung der Abläufe in den neuen Hallen spielt bei der Planung von Fabriken eine wichtige Rolle. Die Methoden des Lean Management sollten deshalb bei der Planung und Umsetzung von Fabrikplanungsprojekten ein wesentlicher Bestandteil sein. So wird im vorliegenden Beitrag immer wieder auf relevante und zielführende Lean-Methoden verwiesen und deren Anwendbarkeit an Beispielen erläutert. Aber auch das Fabrikplanungsprojekt an sich kann unter den Lean-Aspekten optimal gestaltet werden, wodurch sich effizientere Abläufe im Projekt realisieren lassen.
Oftmals werden schnelle Erweiterungsentscheidungen getroffen, ohne sich grundlegende und langfristig strategische Gedanken über das Thema Fabrikplanung zu machen. Damit für anstehende Erweiterungspläne die richtigen Entscheidungen – auch mit dem nötigen Weitblick – getroffen werden, soll der vorliegende Beitrag als Leitfaden und Hilfestellung für eine optimierte Fabrikplanung dienen.
Fallbeispiel
Vor dem Hintergrund der Annahme eines Investitionsvolumens von rund 10 bis 15 Mio. Euro und dem damit verbundenen Planungsaufwand hat sich die nachfolgend beschriebene und in Abbildung 1 illustrierte Vorgehensweise für ein Projektteam mit 8 bis 12 Personen als zielführend erwiesen.
Abb. 1: Ablauf Projekt Fabrikneuplanung
Vor dem Hintergrund der Annahme eines Investitionsvolumens von rund 10 bis 15 Mio. Euro und dem damit verbundenen Planungsaufwand hat sich die nachfolgend beschriebene und in Abbildung 1 illustrierte Vorgehensweise für ein Projektteam mit 8 bis 12 Personen als zielführend erwiesen.
2 Projekt-Setup
Wie beim späteren (Um-)Bau sind die Grundsteinlegung und das Fundament auch beim Projektstart die wesentlichen Erfolgsfaktoren für das Gelingen des Fabrikplanungsprojekts. Ausgangspunkt, um ein Fabrikplanungsprojekt erfolgreich realisieren zu können, ist die Erarbeitung einer klaren Zielsetzung des Projekts.
Fragestellungen zur Zielsetzung
Beispiele dafür können sein:
Beispiele dafür können sein:
| • | Soll „nur” Fläche geschaffen und sollen die Kosten so gering wie nur möglich gehalten werden? |
| • | Sollen im Zuge der Erweiterung auch die Prozesse und Abläufe optimiert werden? |
| • | Sollen innovative Energiekonzepte für die zukünftige Halle realisiert werden? |
| • | ... |
Dieser Fragenkatalog ist fast endlos erweiterbar. Allein schon aus der Tatsache heraus, dass diverse Interessensparteien bei der Fabrikplanung mitreden, ergeben sich unterschiedliche Zielformulierungen.
Deshalb ist es wichtig, dass die Projektziele gemeinsam im Team klar umrissen und festgehalten werden und so der Grundstein für alle weiteren Schritte gelegt wird.
Abb. 2: Das Projekt-Setup – der Grundstein für ein erfolgreiches Projekt
Projekt definieren
Ebenfalls wichtig ist es, dass man sich zu Beginn des Projekts die nötige Zeit nimmt, um alle notwendigen Grundlagen umfangreich zu erarbeiten, klare Verantwortlichkeiten zu definieren, umfangreiche und auch kritische Diskussionen zu führen und vor allem eine definierte Projektorganisation für das Fabrikplanungsvorhaben festzulegen.
Ebenfalls wichtig ist es, dass man sich zu Beginn des Projekts die nötige Zeit nimmt, um alle notwendigen Grundlagen umfangreich zu erarbeiten, klare Verantwortlichkeiten zu definieren, umfangreiche und auch kritische Diskussionen zu führen und vor allem eine definierte Projektorganisation für das Fabrikplanungsvorhaben festzulegen.
Praxistipp Brainstorming
In der ersten Ideenphase macht es Sinn, dass sich die wichtigsten Entscheidungsträger im Unternehmen für 1 bis 2 Tage zu einem Brainstorming außerhalb der Firma treffen. Idealerweise wählt man dazu einen ruhigen Ort, der auch Platz für kreative Pausen lässt. So können die Teilnehmer der Workshops losgelöst Ideen entwickeln. Wichtig dabei ist, die „Brainstorming-Regeln” einzuhalten und allen Ideen Platz einzuräumen, auch wenn sie auf den ersten Blick noch so bizarr erscheinen mögen. Erfahrungen aus vielen Projekten zeigen, dass ein Moderator im Rahmen des Brainstormings sehr hilfreich ist, um die kreativen Ansätze und Ideen vollumfänglich zu sammeln.
2.1 Das Projektteam und dessen Aufgaben
Wenn die Ziele des Projekts festgelegt sind, braucht eine erfolgreiche Fabrikplanung ein Team, das das Projekt in den kommenden Wochen und Monaten führt und alle nötigen Inhalte erarbeitet.
Fragestellungen zum Projektteam
Dabei sollten Sie sich folgende Fragen stellen:
Dabei sollten Sie sich folgende Fragen stellen:




